achimKirschnerOJAD

Wissen, was ein Phishing-Mail ist – „Lehre Up Digital“ OJAD

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Achim Kirschner als Projektverantwortlicher hat eine Antwort auf Corona für die Jugendlichen entwickelt, die die Ojad betreut und die sonst durchs Raster fallen: „Lehre Up Digital“.

Was für ein Projekt ist „Lehre Up Digital“?

„Lehre Up“ gibt es seit 2019, seitdem unterstützen wir gezielt Lehrlinge, die die Berufsschule besuchen. Die jeweiligen Firmen kommen zuvor auf uns zu und fragen nach Unterstützung für die Lehrlinge an, die sich mit dem Lernen schwertun. Das Angebot besteht unter anderem aus Unterricht und Nachhilfe in Deutsch, Mathematik und Englisch und dem Workshop „digitale Grundkompetenzen“. Wir bereiten die Jugendlichen auch auf anstehende Schulblöcke vor. „Lehre Up Digital“ ist durch Corona neu dazugekommen. Da haben wir gesehen, dass viele Jugendliche nicht gut mit dem Computer umgehen können. Im Umgang mit dem Handy sind die meisten gut, das war es aber auch. „Lehre Up Digital“ ist eine hybride Unterrichtsform. Die Teilnehmer schauen zu Hause Lernvideos an, machen die Übungen dazu und stellen ihre Fragen bei uns in der Ojad. Bei den Workshops zu digitalen Kompetenzen geht es darum, eine eigene E-Mail-Adresse zu erstellen, den alltäglichen Umgang mit E-Mails zu üben – welche E-Mail-Anhänge öffne ich zum Beispiel nicht, was sind Phishing-Mails? –, mit Microsoft Word und Teams, mit Zoom umgehen zu lernen. Die Lernvideos laden wir auf WhatsApp oder YouTube hoch, das sind Plattformen, die die jungen Teilnehmer schon kennen.

Warum sind Sie bei MINT4all dabei?

Wir wollen als Offene Jugendarbeit einen denkbar niederschwelligen Zugang ermöglichen und das Angebot breit streuen, an möglichst viele Firmen und deren Lehrlinge herantreten. Wir wenden uns zum Beispiel an Jugendliche wie den, der neulich freudestrahlend zu uns kam, er werde bald 300.000 Euro erben, vorher habe er nur eine kleine Anzahlung leisten müssen. Der E-Mail-Absender komme aus Afrika. Da haben wir ihn gebeten, seine Bank zu kontaktieren und die Zahlung rückgängig zu machen. Für ihn war die Anzahlung viel Geld, und es ist uns wichtig, Jugendliche wie ihn vor solchen Fallen zu bewahren.

Was wollen Sie erreichen?

Es geht uns um Chancengerechtigkeit und darum, dass unser Klientel seine Kompetenzen erweitern kann. Heutzutage ist es einfach ein Standard, eine eigene E-Mail-Adresse zu haben und sich in gewissen Computerprogrammen sicher bewegen zu können. Das ist nicht nur für die Jugendlichen persönlich sehr wichtig, es verbessert auch ihre die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehr.

Wie sprechen Sie die Jugendlichen an?

Manche erreichen wir über die Mobile Jugendarbeit, weil teils die Jugendlichen lieber am Bahnhof herumsitzen als zu arbeiten. Sie können wir mit unseren Freizeitangeboten einfangen. Dann bekommen sie mit, dass sie bei unserem Programm JobAhoi für ein wenig Geld arbeiten können, und dann sagen sie irgendwann: „Aber ich müsste noch den Pflichtschulabschluss im Projekt Albatros nachholen“ oder „ich habe eine Lehrstelle bekommen, brauche da aber Hilfe“. Dann sind wir mit unseren verschiedenen Angeboten da, seit Neuestem mit „Lehre Up Digital“.

Was gibt es für ein Feedback/Wie entwickeln Sie „Lehre Up Digital“ weiter?

Unser Angebot „Lehre Up Digital“ fußt auf Rückmeldungen von Jugendlichen. Was für Wissen wollen und benötigen sie in welchen Anwendungen? Wir haben auch Jugendliche gefragt, die sich besser auskennen, welche Programme sie nutzen und für was. Das Angebot ist ja noch ganz neu. Letztendlich ist es daher Learning by Doing, nicht nur für die Teilnehmer der Kurse, sondern auch für uns.