klimawandel2

Licht aus, Birne an – „energiewerkstatt.schule“ des Energieinstitut Vorarlberg

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Die studierte Pädagogin Saskia Reinhard erklärt, was die „energiewerkstatt.schule“ des Energieinstitut Vorarlberg will: Kinder sollen fürs Energie Sparen begeistert werden und ein Bewusstsein für das Thema Energie entwickeln.

Was für ein Projekt ist die „energiewerkstatt.schule“?
Die „energiewerkstatt.Schule“ ist eine Workshopreihe, bestehend aus drei Modulen, für die dritten und vierten Klassen der Volksschulen.
In erster Linie geht es dabei um Fragen wie: „Was ist Energie?“, „wie können wir Energie selbst herstellen?“ und „welche Energiequellen gibt es?“. Die Kinder lernen den Unterschied kennen zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern. Wir verteilen Messgeräte, damit die Kinder Stromfresser im Schulgebäude und zu Hause ausfindig machen können. Sie entdecken damit etwa, dass der Fön viel Energie benötigt, dass ein Handyladekabel, das noch in der Steckdose steckt, ebenso Energie verbraucht wie Geräte im Standby-Modus. Sie zählen die Lampen zu Hause, bis hin zur Minilampe der Nähmaschine, und finden heraus, wieviel Energie diese verbrauchen. Die Kinder sollen ausprobieren, beobachten, raten. Wo wird viel Energie verbraucht? Richtig, für Heizung und Mobilität. In einem Wettkampf ist dann die Frage, wer eine Glasschüssel mit heißem Wasser am effektivsten dämmen kann und wie viel Energie trotzdem verlorengeht.
Unter anderem geht es darum, den Treibhauseffekt zu begreifen, und spielerisch sollen die Schülerinnen und Schüler anhand von Fragen wie „wie oft badest du?“ oder „wie oft und wo macht ihr Urlaub?“ ihre persönliche Energiebilanz erstellen. Sie sollen ihre Verhaltensweisen im Alltag reflektieren und hinterfragen. Das Programm ist für Schulen kostenfrei, es kostet sie lediglich Zeit.

Warum sind Sie bei MINT4all dabei?
Vernetzungen sind sinnvoll, gewinnbringend und schaffen die Möglichkeit, voneinander zu lernen und sich auszutauschen. Gerade zum Beispiel mit der inatura haben wir spannende Anknüpfungspunkte.

Was wollen Sie mit der „energiewerkstatt.schule“ erreichen?
Meine Vorgängerin hat immer gesagt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Energiebewusstes Verhalten beginnt bei den Kleinen. Sie sind außerdem diejenigen, die unsere Entscheidungen und Versäumnisse ausbaden müssen. Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, dass sich auch im Kleinen schon viel erreichen lässt, ganz im Sinne von „kleiner Daumen, große Wirkung“. Jede und jeder kann den Energieverbrauch senken und somit den Weg zur Energieautonomie unterstützen.

Wie sprechen Sie die Kinder an?
Auf eine spielerische Art und Weise. Sie sollen Freude an den Inhalten haben, wir möchten ihr Interesse wecken und sie ermuntern, zu beobachten und zu hinterfragen. Es geht um durchaus komplexe Themen, aber diese sollen mit viel Experimentierfreude und kleinen Wettbewerben vermittelt werden. Wir verzichten dabei auf den moralischen Zeigefinger, dieser ist weder nötig noch konstruktiv.

Wie sprechen Sie die Mädchen an?
Wir erleben in den Umsetzungen keinen spürbaren Unterschied und sprechen alle Kinder gleich an.

Was gibt es für Feedbacks/Wie wird das Projekt weiterentwickelt?
Das Programm gibt es bereits seit einigen Jahren. Im Anschluss lassen wir den Lehrern und Lehrerinnen immer Feedback-Bögen zukommen, wo es auch darum geht, ob bei den Kindern ein Unterschied zwischen vorher und nachher festzustellen ist. Achten sie zum Beispiel auf den Wasserverbrauch, schalten sie das Licht im Hinausgehen aus und so weiter? Ansonsten erneuern, optimieren und erweitern wir unsere Materialien, etwa unsere Lichtorgel mit Glühbirne, Energiesparlampe und LED, wo Strahlkraft, Energieverbrauch und Wärmeverlust veranschaulicht und gemessen werden können. Anhand des Feedbacks versuchen wir unser Angebot stets zu optimieren. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel ein „Train-the-trainer Programm“ gestartet, um unseren Pool an Referenten und Referentinnen zu vergrößern.